Benutzung deines Solartrockners im Gewächshaus
- michael76649
- 18. Mai
- 1 Min. Lesezeit
Eines Tages rief mich ein Kunde an und war sichtlich entsetzt: Sein Obst und einige Beeren wollten im Solartrockner einfach nicht trocknen. Trotz sonniger Tage war nicht die Trockenfrucht am schnellsten — sondern der Schimmel.
Bei solchen Rückmeldungen höre ich immer besonders aufmerksam zu. Schließlich kommen die besten Tipps zur Produktverbesserung oft direkt von den Anwendern.
Also fragte ich nach, wo der Trockner denn aufgestellt worden sei. Am anderen Ende der Leitung wurde es kurz still. Dann antwortete der Kunde mit leiser, leicht verzweifelter Stimme:
„Natürlich im Gewächshaus. Dort ist es ja schön warm — und außerdem ist der Trockner dort vor Wind und Wetter geschützt.“
Damit war der Übeltäter gefunden.
Ich konnte den Anrufer beruhigen: Mit dem Solartrockner war grundsätzlich alles in Ordnung. Nur der Standort hatte sich leider als kleine Wellness-Oase für Schimmelpilze entpuppt. In einem Gewächshaus herrscht durch die starke Verdunstung der Pflanzen oft eine Luftfeuchtigkeit von weit über 90 Prozent. Für Tomaten, Gurken und tropische Urlaubsgefühle ist das wunderbar — für das Trocknen von Obst eher weniger.
Ein Solartrockner braucht für seine Arbeit möglichst trockene Luft. Liegt die Umgebungsfeuchtigkeit jedoch bei über 90 Prozent, kann dem Obst kaum noch Feuchtigkeit entzogen werden. Der Trockner bewegt dann zwar fleißig die Luft, aber im Grunde macht er nur das, was man bei hoher Luftfeuchtigkeit am besten kann: ordentlich nichts trocknen.
Die Lösung war also ganz einfach: raus aus dem Gewächshaus, rein an einen sonnigen, gut belüfteten Standort. Dann trocknet das Obst — und der Schimmel verliert das Rennen.

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